Projekt

Projekt
„Erhaltung und Nachnutzung der Pochradanlage am Turmhofschacht in Freiberg“

 
 
Ziele und Inhalte des Vorhabens
 
Das 1857 in der Schachtanlage "Turmhofschacht" errichtete Pochrad mit einem Durchmesser von 9m ist das letzte erhaltene, funktionstüchtige sowie zugängliche Wasserrad im Freiberger Bergbaurevier und von nationaler Bedeutung, da sich in Deutschland kein vergleichbares Objekt findet. Ein großer Teil des Energiebedarfs für den Bergbau konnte ab dem 16. Jahrhundert durch wasserbetriebene Räder (Pumpen und Fördern) gedeckt werden. Das Aufschlagwasser für das Pochrad kommt aus dem Himmelfahrter Kunstgraben. Die sich in Privateigentum befindliche Anlage wird seit Jahren durch ehrenamtliche Helfer gepflegt, deren Ressourcen aber nicht ausreichen, den aktuellen Sanierungsbedarf abzudecken. Augenscheinlich ist das Objekt punktuell stark sanierungsbedürftig, hier insbesondere die Wasserzufuhrsysteme und das Wasserrad selbst. Der Zustand lässt darauf schließen, dass der Gesamtbestand gefährdet ist, wenn keine entsprechenden Sanierungsaktivitäten eingeleitet werden.
 
Mit dem im Rahmen der LEADER-Entwicklungsstrategie geförderten Vorhaben soll einerseits der Erhaltungszustand der Pochradanlage und ein sich daraus ergebender Sanierungsaufwand dokumentiert bzw. bewertet werden; andererseits soll ein Nachtnutzungskonzept mögliche Entwicklungsszenarien im Kontext bestehender montanhistorisch bedeutender Anlagen sowie der touristischen Infrastruktur Freibergs aufzeigen. Die Zustands- und Bedarfsanalyse soll den Vorhabensträger bei der weiterführenden Planung mittel- und langfristiger Investitionen und deren Finanzierung unterstützen. 

LEADER-Entwicklungsstrategie

Zusammenfassung der Ergebnisse

Im Auftrag der SAXONIA-FREIBERG-STIFTUNG erarbeitete das Geologische Ingenieurbüro Andreas Benthin die vorliegende Studie zum Zustand und den Nutzungsmöglichkeiten des Turmhofer Pochrades.

Zielstellung der Arbeit ist das Aufzeigen des aktuellen Zustandes, der ggf. vorhandenen Sanierungsnotwendigkeiten und der Möglichkeiten einer touristischen Nutzung, sowie der damit verbundenen Aufwendungen.

Zur sicheren Einordnung des historischen Wertes der Anlage wurde eine Würdigung der Unteren Denkmalbehörde abgefragt, sowie eine Historische Dokumentation beauftragt. Der tatsächliche Zustand des Rades und der umliegenden Anlagen wurde dokumentiert. Gleichzeitig liefen dringend notwendige Erstmaßnahmen zum Erhalt durch die „Arbeitsgruppe Turmhofer Pochrad“.

Im Ergebnis kann das Pochrad als eines der wertvollsten und bemerkenswertesten Zeugnisse des Freiberger und des Sächsischen Erzbergbaus bzw. der damit verbundenen Aufbereitungsanlagen angesehen werden. Als vollständig bewegliches, d.h. sich drehendes untertägiges Wasserrad stellt es mit einem Baujahr von 1846 vermutlich ein technisches Denkmal mit Europäischem Rang dar.

Die Anlage befindet sich sowohl an einer der räumlichen, als auch an der thematischen Schnittstelle zwischen dem Grabensystem der Revierwasserlaufanstalt, dem Erzbergbau des Freiberger Reviers und der Weiterverarbeitungsindustrie in Form der Aufbereitungsanlage „Pochwäsche“. Der sich daraus ergebende zentrale Stellung bietet einen optimalen Ansatzpunkt zur Vermittlung von Wissen über das montane Erbe der Stadt bzw. der Region.

Das Turmhofer Pochrad, als auch die umliegenden Anlagen Erzbahntunnel, Schachtgebäude Turmhofschacht, sowie die nutzbaren Teile der Anlage Poch- und Stoßherdwäsche bedürfen sowohl zum Erhalt, als auch um eine sinnvolle touristische Nutzung zu erwirken einer punktuellen bis grundlegenden Sanierung.

Es bieten sich zur Nutzung, sowohl touristisch, als Bildungsstandort, als auch zu wissenschaftlichen Zwecken mehrere abgestufte und erweiterbare Varianten an. Dabei ist der thematische Kern, die Radstube, inkl. Wasserrad bereits in einem baulich gut erschlossenen Zustand. Ausgehend von dieser Grundlage sind bei überschaubaren Unterhaltungskosten und planbaren Investitionskosten Erweiterungen denkbar und im Kontext der erschließbaren Sachzeugnisse lohnenswert.

 

 
Pochwerksrad Thurmhofschacht

Kontakt | Anfahrt | Impressum | Datenschutz